Explosionen, Abstürze und die Aussicht auf Hoffnung!

Juli 30, 2012 in Allgemein

Alles verkabelt und verdrahtet

Es gibt viele Möglichkeiten einen solchen Blogpost anzufangen: Manche sind seltsam, manche witzig, doch dieser Post beginnt mit einer sehr großen Entschuldigung. Undzwar dafür, dass wir uns nun schon seit einem Monat nicht mehr blicken lassen haben, doch es kam leider einiges dazwischen und meist war die Zeit noch nicht reif für einen neuen Blogpost. Doch nun ist viel passiert und es passiert noch. Doch beginnen wir von Anfang an.

Direkt in der Woche nach unserem letztem Demon-Treffen sind wir eine Woche in der schönen Stadt München gewesen und haben dort viel gesehen. Ganz allgemein war München jedoch auch eine Atempause vor der danach anstehenden Woche: Die Projektwoche, in der wir fünf lange Tage an Demon arbeiten wollten. Und so ähnlich kam es auch. Zu Anfang waren wir noch stets dabei unsere MultiWii 2.0 Software so anzupassen, dass wir sie mit unserem 433 Mhz Funkmodul betreiben konnten, doch leider merkten wir immer mehr, dass MultiWii ganz und gar nicht darauf ausgelegt war, vollkommen ohne Fernbedienung zu laufen, besonders da es Tests äußert schwierig gemacht hätte.

Unser Assistent am Steuer

Also entschlossen wir uns eine 2.4Ghz 6-Kanal Fernbedienung zu bestellen, da wir diese sowieso für die ersten Testflüge benötigt hätten. Da unser Etat jedoch nicht allzu viel hergab, mussten wir nach dem möglichst günstigsten Modell schauen und haben dabei die FlySky CT6B entdeckt, eine 6-Kanal Fernbedienung welche oft eingesetzt wird und uns vollkommen zufrieden stellt. Nach einem Tag Wartezeit hat der Paketbote auch schon unser neues Objekt der Begierde vorbei gebracht und wir haben es direkt angeschlossen. Erstmals hatten wir die vollkommene Kontrolle über unseren Quadrocopter. Herrlich. Mit der Fernbedienung konnten wir nun einige Einstellungen vornehmen, bestimmte Konfigurationen testen und ganz besonders die Motoren direkt an- und abschalten. Dies ist sehr wichtig, falls der Quadrocopter einmal abstürzen sollte (jedoch muss er dafür erst einmal fliegen), kann man weiteren Schaden an den Motoren und besonders auch an den Rotorblättern verhindern, indem man die Motoren über die Fernbedienung abschaltet.

Bei der Fernbedienung war ein 2.4Ghz Empfänger bei, welcher entsprechend der Fernbedienung auch sechs Kanäle ausgab. Da dieser bereits mit Pin-Headern ausgestattet war, haben wir Kabel an eine Buchse gelötet und ebenfalls an das Arduino Mini Pro. Diese Buchse konnte man dann leicht an dem Empfänger anbringen und wieder abziehen, ohne das wir den Empfänger somit fest auf dem Quadrocopter verlöten mussten. Ebenso sind wir auch mit der Stormversorgung von Empfänger verfahren.

IMU in der Klemme

Ebenfalls haben wir unsere Flugkontrolleinheit auf einer kleinen Platine direkt auf mit Schaumstoff dazwischen auf die Stromverteilerplatine befestigt. Da jedoch die IMU nur mit Drähten an dem Arduino Mini Pro befestigt war und durch die drehenden Motoren sehr stark in Vibrationen versetzt wurde, musste eine Lösung her, da die Löststellen, welche vier mal nur auf einer Seite der IMU vorhanden sind, nicht den nötigen Halt gaben. Deshalb wurden zwei Schrauben auf der CD geklebt (Die CDs sind unsere Centerplates: Also die Platte, die den Quadrocopter in der Mitte zusammenhält und auf der alles befestigt wird). Auf der Schraube befand sind eine lose Mutter und so konnten wir die IMU zwischen Schraubkopf und Mutter einklemmen. Diese Befestigung war sehr stark und hielt das Sensorboard ein gut von Vibrationen fern. Überprüft haben wir dies ständig mit der MultiWiiConf-Software, mit welcher man am Computer alle Daten vom Board auslesen und sich direkt anzeigen lassen kann.

Währenddessen haben wir ebenfalls die LEDs an unserem Quadrocopter angebracht. Bei diesen handelt es sich um drei LEDs für Rear (Hinten), Left (Links) und Right (Rechts). Die LED für Front (Vorne) war dagegen grün, damit man sich während eines Fluges immer direkt orientieren kann, welche Seite des Quadrocopter, dessen Ausleger alle gleich aussehen, die vordere ist. Dies ist wichtig, da die Fernbedienung entsprechend der vorderen Seite ausgerichtet ist und man den Quadrocopter so auch in die richtige Richtung steuern kann.

Da die Sensoren nichts besonderes anzeigten und wir der Meinung waren, es wäre alles bereit, haben wir den Quadrocopter noch schnell wieder in Folie verpackt und einen Testflug gestartet. Doch es waren nur traurige Gesichter zu sehen, denn direkt während des Abhebens zog der Copter stark auf eine Seite und kippte um. Da wir glücklicherweise unsere Fernbedienung dabei hatten, haben wir die Motoren direkt ausgeschaltet und alles vom Akku (also der Stromquelle) getrennt. Puh. Zum Glück nichts passiert. Lediglich die Rotorblätter hatten sehr kleine Kratzer, doch dies ist nicht weiter schlimm.

In der Vergrößerung zu erkennen: Der explodierte Kondensator

Also wieder zurück zum Projektraum und direkt geschaut, was das Problem dafür sein könnte. Eine lose Motor-Signal-Verbindung? Fehlerhafte Sensoren? Alles konnte möglich sein und daher wurde eines nach dem anderen ausgeschlossen. Dabei wurden alle Kabel sehr oft an- und wieder abgesteckt und dann geschah es. Als wir einen weiteren Test starten wollten und den Quadrocopter wieder an den Akku klemmten gab es einen lauten Knall, fliegende Funken und eine kleine Flamme auf unserem Arduino Mini Pro-Board. Eine Schrecksekunde für alle, die sich im Raum befanden. Was war passiert? Ist nun alles kaputt? Was ist noch zu retten? All solche Fragen schossen uns durch den Kopf und wir trauten uns erst gar nicht, nachzuschauen. Bevor jedoch irgendwas geschah griffen wir zunächst aus Reflex nach dem Akku und zogen diesen ab. Es ging nicht anders und daher schauten wir dann doch nach, was kaputt war. Optisch sah alles danach aus, dass es ganz besonders ein Bauteil betraf: Ein kleiner Tantal-Kondensator, welcher die Spannung vom Spannungswandler der Arduino Mini Pro-Boards stabilisiert. Jener Kondensator war zumindest nicht mehr als solcher erkennbar. Der Kondensator war lediglich noch ein schwarzer Fleck auf dem Board, nahezu vollkommen zerstört. Wir müssen jedoch sagen, dass wir bei jedem Test ständig Schutzbrillen tragen, sodass uns hier nichts passiert ist.

Ein Dschungel von Kabeln und Kabelbinder

Da wir noch einiges an Elektronik dabei hatten, gab es auch noch einen passenden 10µF Kondensator in unserem Minilager, welchen wir dann direkt eingelötet haben. Doch weiterhin stelle sich die Frage, wie es überhaupt dazu kam. Bereits nach kurzen Untersuchen der Kabel entdecken wir dann jenes Unheil. Die Stromversorgung des Boards war falsch herum angesteckt worden und dementsprechend falsch gepolt. Da der Tantal-Kondensator zu den Elektrolyt-Kondensatoren zählt, besitzt jener eine Polung, welche dringend beachtet werden muss, damit diese nicht, wie bei uns, explodieren.

Damit kein zweites mal mehr aus versehen falsch gepolt werden kann, entschlossen wir uns die Stromversorgung direkt anzulöten, ebenso wie die Signalkabel der Regler, damit diese nicht durch Vibrationen abfallen. Als dies geschehen war, wurde jedoch unvorhergesehen die gesamte Projektwoche plötzlich beendet und wir mussten einräumen. Da jedoch in den ersten Tagen der Ferien jeder von uns nicht allzu viel Zeit hatte, wurde kurz pausiert und ebenfalls weiterhin getestet, wieso der Copter direkt beim Start auf die Seite kippt. Doch bei jedem weiteren Test die gleiche Reaktion. Deshalb setzten wir uns mit Dennis Hinzpeter (http://the-intruder.net) in Verbindung und dieser gab uns den Tipp, dass unsere Sensoren möglicherweise die falsche Wirkrichtung haben. Dies kam bisher nicht in betracht, da alle Achsen sich eigentlich korrekt verhielten. Als wir jedoch uns die Werte genau anschauten, merkten wir, dass dort einiges, sogar beinahe alles verdreht und falsch eingestellt war. Beinahe so falsch, dass es eigentlich wieder korrekt aussah, es jedoch nicht war. Daher korrigierten wir alle Wirkrichtungen.

Testen können wir diese Korrektur, die wohl sehr wichtig war, derzeit jedoch nicht. Dies hat damit zutun, dass wir derzeit an einem etwas optimierten Gestell arbeiten, doch dazu später mehr.

Wie immer findet ihr alle Bilder von der Projektwoche in der Galerie: Projektwoche #1

Bis in Kürze,
Das Demon-Team!

~Christian